René hat drüben auf mobiFlip ebenfalls eine interessante Diskussion zur geplanten Tarifänderungeinschränkung angestoßen und hat einen Punkt genannt auf den ich selbst noch nicht gekommen bin. O2 bietet für das iPad “spezielle” Tarife an, die exakt gleich wie die bestehenden Tarife sind, nur dass sie nicht Internet-Pack M, M+ und L heißen sondern Blue S, M, und L. Habe ich was verpasst oder zählt das iPad nun als Smartphone? Ich dachte das wäre dieses Ding mit einer ähnlichen Displaygröße wie die eines Notebooks oder Netbooks? Ich darf also meinen Palm Pre und dem Internet-Pack M nicht mit einem iPad tethern, aber in einem iPad 3G direkt (zu den gleichen Konditionen) über O2 surfen?
Schauen wir uns mal die Reaktion der O2 Pressemitteilung nach meiner Anfrage an (ist ähnlich auch bei René zu finden):
[...] Erfahrungen zeigen, dass mit kleineren Paketen bei Nutzern keine optimale User-Experience entsteht und wir können durch die Drosselung bei 200 MB bzw. 1 GB keine ausreichende Service-Qualtität im Sinne des Kunden sicher stellen. Entsprechend empfehlen wir Laptopsurfern, die ihr Handy als Modem / WiFi Access Point nutzen wollen, das Internet-Pack L mit 5GB monatlichem Inklusivvolumen bis zur Drosselung zu buchen. Alternativ können unsere Kunden auch die Prepaidvariante wählen. Neben der mobilen Datenflatrate bieten wir hier auch eine Tagesflatrate an. [...]
Ich interpretiere es nun so:
Wir “dummen” Smartphone-Nutzer die das Gerät auch noch – so leichtsinnig wie wir sind – mit einem PC verbinden wissen nicht dass in unserem Tarif nur 200mb bzw. 1000mb im vollen “User-Experience” möglich sind und dürfen das somit erst garnicht machen, denn sonst würde ich mich ja beschweren wenn plötzlich die Geschwindigkeit langsamer werden würde.
O2, das Argument zieht nicht. Smartphones können heutzutage genau das, was PCs auch können. Ich (und auch René) können euch ja mal demonstrieren wie man in kürzester Zeit einige hundert MB Daten aus dem Netz gezogen bekommt und das nicht etwa mit einem PC, sondern – ihr glaubt es nicht – mit einem Smartphone! Solche Argumente erinnern mich an die Anfänge des Mobilfunks und haben in der heutigen Zeit nichts mehr verloren.
Und ja, ihr wollt nur Geld machen wie jedes andere Unternehmen auch aber gebt das doch wenigstens zu und argumentiert vielleicht mit euren 1,8 Milliarden die ihr gerade für LTE Lizenzen ausgegeben habt und stellt eure Kunden nicht als dumm dar.
Für Diskussionen in den Kommentaren, auf Facebook, auf Twitter oder bei René bin ich offen!
[Update vom 31.5.2010 13:30Uhr]
O2 hat mir heute morgen über ihren Twitter-Channel o2myhandy per DM mitgeteilt, dass die Einschränkung nur für UMTS-Module und eingebaute Module in Geräten gilt und NICHT für WiFi Tethering in Smartphones. Umso widersprüchlicher wird die Sache nun!
Pssst: die PC Einschränkungen betreffen nur Surfsticks und Netbook Module, NICHT Wifi Tethering o.ä.
Vor 3 Tagen las sich das auf der Teltarif-Homepage noch so:
[...] Die Verwendung mit einem Netbook oder Notebook ist in Zukunft ausgeschlossen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Handy oder ein UMTS-Surfstick als Modem verwendet wird. [...]
[/Update Ende]
[Update 2 vom 1.6.2010 13:30Uhr]
Die neuen Tarife sind nun Live und in den rechtlichen Hinweisen (unten einblenden, Punkt 3) steht klar und deutlich:
[...] Datenvolumen darf ausschl. mit einem Handy, nicht jedoch mit einem ans Handy oder sonst angeschlossenen o. drahtlos verbundenen Computer genutzt werden; [...]
Somit dürfte nun wirklich für alle Neuverträge der Mobile Hotspot für webOS gestorben sein. Bleibt nurnoch die Frage, wie O2 das kontrolliert, bzw. ob sie es kontrollieren. Ansonsten kann ich nur sagen, dass O2 immer sehr große Schritte nach vorne gemacht hat, aber das ist ein ganz klarer Schritt zurück in die Mobilfunksteinzeit.
[/Update]
[Update 3 vom 3.6.2010 14:30Uhr]
Der O2-Wahnsinn geht weiter. Zum Einen schreibt mir der @o2buisness Twitter-Channel, dass Tethering bei den Buisness-Produkten weiterhin möglich ist.
#tethering bei #o2business Produkten weiter möglich.Unser Portfolio unter www.o2business.de und www.o2on.deLg,^EH @mobiflip @WebOS_Blog
Ganz toll, O2!
Zum Anderen bezeichnet O2 laut den Informationen von teltarif das iPad als “Small-Screen-Gerät” und man darf somit die normalen Internet-Pack M und M+ auch für das iPad verwenden, für ein Netbook mit gleicher (oder kleinerer Größe aber nicht). WIE BITTE O2? Ihr seid Mobilfunkanbieter und versteht nicht, dass man keinen Unterschied mehr zwischen Smartphone, Tablet, Netbook und Notebook machen kann, da sie einfach von den Möglichkeiten gleichgesetzt sind. Ich bin gespannt als was ihr das erste webOS-Tablet oder Android-Tablet bezeichnet, wenn es auf den Markt kommt.
Für mich gab es vorher immer 2 Anbieter-Kisten. In der Einen waren Vodafone, T-Mobile und E-Plus als die “normalen”. In der anderen Kiste war O2 als “die Guten”, die sehr offen mit ihren Datentarifen waren und sich dadurch auch von anderen Anbietern abgesetzt haben. Jetzt fällt die Unterscheidung sehr schwer.
Für so einen Schwachsinn bekommt ihr sicher keine neuen Kunden, höchstens vielleicht wenn ihr eure Neukunden verarscht und (so wie gerade noch) den Palm Pre mit Mobile Hotspot bewerbt und dann auf die kleinen Datentarife verweist und nirgends einen Hinweis für den Normalnutzer anbringt, dass dies nur im größten Datentarif möglich ist.
[/Update]